Die Frida-Leider-Gesellschaft wird in Zukunft auch historische CDs produzieren, die in keinem unmittelbaren Zusammenhang mit Frida Leider stehen. Wir wollen die Chance dieser Plattform nutzen, um weitere wichtige Tondokumente erstmals oder wieder zugänglich zu machen.

Bereits lieferbar sind die CDs

STERN'SCHES KONSERVATORIUM IN BERLIN
Gesangslehrer und Schüler 1878 - 1938

und

ALEXANDER HEINEMANN (1873 - 1918)
Herzoglich Anhalt. Kammersänger

Ausgewählte Aufnahmen 1908 - 1913

In Berlin am 26.5.1873 geboren, studiert Heinemann anfangs Violine, Klavier und Posaune, ehe er sich - teilweise autodidaktisch, teilweise bei Adolf Schulze am Stern'schen Konserva­torium - zum Bariton ausbildet. Später wird er selbst an diesem bedeutenden Institut eine Vokalklasse leiten, sein berühmtester Schüler dort ist Joseph Schwarz.

Ab 1895 tritt Heinemann als Konzertsänger auf, bald schon gastiert er erfolgreich in sämtlichen europäischen Musikzentren.

Als Höhepunkt seiner Karriere darf man wohl seine Amerikatourneen von 1911 - 1913 bezeich­nen. Innerhalb von knapp zwei Jahren gibt er allein in New York nicht weniger als 18 Konzerte. Die Metropolitan Opera erweist ihm eine besondere Ehre: als erster nicht am Haus engagierter Sänger wird er eingeladen, im Rahmen der traditionellen Sonntags-Matineen deutsche Lieder vorzutragen (4. Dezember 1910, 26. Februar 1911).

Heinemann stirbt, geschwächt durch jahrelange Gicht- und Herzkrankheit, am 16.10. 1918 an den Folgen der Grippeepidemie. Er wird auf dem Jüdischen Friedhof Berlin-Weißensee bestattet, seine Grabstätte ist erhalten.

Heinemanns Plattenaufnahmen entstehen zwischen 1905 und 1913: zuerst eine einzel­ne Edison-Goldgußwalze, dann folgen Platten für G&T, Odeon, Pathé und HMV sowie Edison-Amberol-Zylinder, schließlich weitere Platten für Columbia (in New York aufgenommen) und Anker.

Diese CD enthält 23 von insgesamt 61 existierenden Schellack-Seiten, deckt aber weitgehend das eingespielte Repertoire ab, da Heinemann etliche Titel mehrmals für verschiedene Firmen eingespielt hat. Nach einigen wenigen Veröffentlichungen in Anthologien ist dies das erste Solo-Recital Heinemanns, der bisher hauptsächlich Schellack-Sammlern ein Begriff war.